Existenzgründung in der Krise

Chancen und Risiken bei der Gründung in der Krise

Die aktuelle Kristensituation durch Corona hält viele Gründer von der Umsetzung ihres Vorhabens ab. Aber eine Krise birgt auch immer gute Chancen in sich. Man muss nur den aktuellen Bedarf erkennen und das Geschäftsmodell darauf ausrichten.

Vor der Coronakrise florierte die Gründerszene regelrecht. Die Konjunktur war gut und die Grundstimmung viele Gründer optimistisch. Jedoch ist seit der Covid-19-Pandemie davon nicht mehr viel übrig. Wirft man einen Blick auf die aktuellen Statistiken, stellt man fest, dass im 1. Halbjahr 2020 21,10 % weniger Kleinunternehmen gegründet wurden als im 1. Halbjahr 2019 (destatis.de). Auch die gesamten Gewerbeanmeldungen haben im Vergleich zum Vorjahr um ganze 8 % abgenommen. Aber ist die Angst vor der Existenzgründung in der Krise berechtigt oder liegen in ihr auch besondere Chancen?

Risiken bei der Existenzgründung in der Krise

Grundsätzlich lässt sich feststellen, dass der Schritt in die Selbstständig immer mit einem gewissen Risiko verbunden ist. Zu den Standardrisiken gehören neben der finanziellen Situation zum Beispiel auch die Wahl des Geschäftsmodells. Auch, wenn diese Risiken durch Gründerberatungen und dem Erstellen eines Businessplans minimiert werden können. Trotzdem ist es ungewiss, ob man mit seiner Geschäftsidee Erfolg hat.

In der Covid-19-Pandemie kommen jedoch weitere Risiken dazu. Der Kundenkontakt minimiert und verlegt sich in die digitale Welt. Die Nachfrage nach Produkten reduziert sich, da Menschen mit ihrem Geld jetzt vorsichtiger umgehen. Und die Fremdkapitalbeschaffung wird schwieriger, da Banken und Investoren überlegter investieren. Ebenso ist die Gründung in der Gastronomie in dieser Krise besonders schwierig, da die Lokale vor Ort geschlossen bleiben müssen.

Ist Angst und Zurückhaltung die richtige Reaktion?

Es ist normal, dass Menschen in einer Krise zurückhaltender werden und sich Ängste bilden. Nachrichten aus den Medien, wie Kurzarbeit, Entlassungen, geschlossene Geschäfte und steigende Zahlen bei den Covid-19-Toten können bedrohlich wirken. Sie stellen Menschen vor Existenzängste und eine Situation, die wirklich schwer zu bewältigen ist.

Wirft man allerdings einen Blick auf die Existenzgründung der großen Unternehmen, wie Microsoft, CNN und Zalando, fällt auf, dass die meisten von ihnen in Krisenzeiten gegründet wurden. Auch Airbnb, Beyond Meat und Apple sind Beispiele dafür, dass der Start in die Selbstständigkeit auch in schwierigen Zeiten gelingen kann.

Ängste vor dem Start in die Selbstständigkeit in der aktuellen Pandemie finden hauptsächlich im Kopf statt. Die Ungewissheit und die Gedanken an scheinbar unüberwindbaren Problemen führen dazu, dass man sein Handeln einschränkt und gute Ideen nicht umsetzt. Dabei ist vielleicht gerade jetzt eine gute Zeit, um seine Idee endlich anzugehen.

Diese Chancen bietet die aktuelle Krise

Unternehmen müssen sich, um erfolgreich zu bleiben, den ständig wechselnden Bedingungen der Märkte anpassen. Momentan schreitet die Digitalisierung mit einer sehr hohen Geschwindigkeit voran, sodass sich Unternehmer umgehend dieser Situation anpassen müssen. Restaurants reagieren auf die aktuelle Lage, eröffnen Bestellshops und bieten Essen zum Abholen an. Darüber hinaus ändern auch zurückhaltende Branchen, wie beispielsweise das Gesundheits- und Bildungswesen ihre Einstellung zur Digitalisierung.

Diese Situation bietet Gründern die Möglichkeit, ihre Idee schnell und unabhängig vom stationärem Handel umzusetzen und im Internet mit ihrer Zielgruppe zu kommunizieren. Momentan ist der Großteil der Menschen in der digitalen Welt unterwegs, sodass sich hier viele Chancen für den Verkauf von Produkten bieten.

Aber auch die Eintrittskosten in den Markt fallen für Gründer geringer aus. Unternehmen bieten Rabatte an, sodass sie sich weiterhin am Markt halten können. Existenzgründer können diese Situation gezielt nutzen. Die aktuellen Werbepreise ermöglichen es, dass man selbst konkurrenzfähig mit seiner Idee am Markt starten kann.

Darüber hinaus haben viele Personen durch Kurzarbeit und Einschränkungen auf der Arbeit mehr Zeit zur Verfügung. Diese lässt sich optimal nutzen, um seine Idee den aktuellen Bedingungen anzupassen. Aber auch niedrigere Mietpreise durch Vermieter und die Konjunkturhilfen des Staates wirken sich positiv auf die Anfangsinvestitionen aus.

Mit diesen Tipps optimal durchstarten

Turbulente Zeiten hat es immer gegeben und wird es auch immer geben. Das hat die Geschichte gezeigt. Überschnelles Handeln ist in dieser Pandemie, wie auch bei der normalen Existenzgründung nicht sinnvoll. Dennoch sollte man nicht zögern, sondern gezielt handeln: Lässt sich die Idee aktuell noch umsetzen? Welche neuen Bedarfe entstehen gerade in meiner Zielgruppe? Wie ist die aktuelle Lage bei Kunden und Zulieferern? Was muss ich berücksichtigen bei der Digitalisierung? Kann ich Coronahilfen in Anspruch nehmen?

Informationen und die Planung einzelner Schritte ist in diesen Zeiten besonders wichtig. Genauso, wie die Reaktion auf sich verändernde Marktbedingungen. Es empfiehlt sich täglich Nachrichten aus seriösen Quellen zu schauen, um den Überblick über aktuelle Entwicklungen zu behalten.

Zurückhaltung ist zwar eine dankenswerte Reaktion der Vorsicht, dennoch sollte dies ein Projekt nicht ausbremsen. Mut und Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten stärken das Selbstbewusstsein und lassen einem Probleme lösen.

Herausforderungen annehmen und Stillstand vermeiden

Die aktuelle Situation in dieser Pandemie ist für uns alle nicht leicht. Sie stellt uns vor Herausforderungen, die nicht gerade einfach zu lösen sind. Dennoch sollte man sich davon nicht abhalten lassen in die Selbstständigkeit zu starten.

Große Unternehmen haben es vorgemacht und in Krisenzeiten erfolgreich gegründet. Überlegtes handeln und die Anpassung der eigenen Idee an die derzeitige Lage sorgen dafür, dass man auch jetzt erfolgreich ein Unternehmen gründen und führen kann.

Risiken, veränderte Marktbedingungen und Krisen wird es auch in Zukunft geben. Aus dem Grund sollte man sich den Herausforderungen stellen und eigene Projekte in die Realität umsetzen.