Erfolgreich werden mit Kooperationen

Kooperationen können beim Aufbau eines neuen Unternehmens sehr hilfreich sein. Wichtige Bedingung ist aber einen Nutzen für beide Seiten zu schaffen. Um auf Augenhöhe miteinander arbeiten zu können, sollten sich die Partner ergänzen.

Joint Ventures, Kartelle, Konsortien, Unternehmensverbände, Franchising und strategische Allianzen. All diese Begriffe haben eine Sache gemeinsam. Es sind Kooperationen zwischen Unternehmen. Doch was genau ist damit gemeint, wenn man sich für eine Kooperation entscheidet und wann benötigst du sie?

Begriffsdefinition

In der Wirtschaft spricht man von einer Kooperation, wenn zwei- oder mehrere Unternehmen eine Bindung gehen, um die Wettbewerbsfähigkeit zu verbessern. Eine Zusammenarbeit kann dabei unterschiedlicher Natur sein. Sie kann auf reinem Wissensaustausch basieren, aber auch auf gemeinsame Absprachen über Preise und sonstige Informationen.

Ebenso sind Gemeinschaftsarbeiten an Projekten, sowie eine gemeinsame Gründung eines neuen Unternehmens möglich. Ziel ist es, dass Leistungsportfolio gegenseitig anzupassen, sodass man sich auf die jeweiligen Schwerpunkte konzentrieren und die Konkurrenz von dem Geschäft ausschließen kann.

Kooperationen und das Kartellamt

Das deutsche Kartellamt ist eine Wettbewerbsbehörde und prüft in diesem Zusammenhang den Zusammenschluss von Unternehmen. Mit dem Eingang einer engen Zusammenarbeit können nicht nur gesellschaftliche, sondern auch betriebswirtschaftliche, sowie kartellrechtliche Probleme auftreten.

Während die Kooperation bei kleinen und mittleren Unternehmen für eine spürbare Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit sorgt, können Marktführer durch eine Zusammenarbeit ihre Macht weiter ausbauen. Durch den Einfluss auf den Markt wird auch gleichzeitig Einfluss auf die Gesellschaft ausgeübt. Menschen könnte durch den Zusammenschluss von Marktführern die Entscheidungsfreiheit und die Auswahl über Produkte genommen werden. Aus diesem Grund prüft das Kartellamt die wirtschaftliche Zusammenarbeit bei Marktführern. Als Existenzgründer oder Selbständiger bist du davon natürlich nicht betroffen.

Wann benötigst du eine Kooperation?

Der Wissensaustausch ist für das unternehmerische Wachstum wichtig. Du kannst dir Wissen aneignen, indem du Bücher und Zeitungsartikel liest. Der Nachteil ist jedoch, dass dir hier nur theoretisches Wissen vermittelt wird. Wenn du dich mit Unternehmen aus deiner Branche zusammenschließt und Erfahrungen austauschst, kannst du dieses Wissen direkt für dein Unternehmen adaptieren. Aus dem Grund lohnt sich schon früh der Besuch von Branchenevents.

Auf der anderen Seite kann es auch sein, dass du derzeitig eine gute Auftragslage hast, sodass du sie alleine nicht mehr bewältigen kannst. In diesem Fall lohnt sich die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen. So kannst du die Flut an Aufträgen schaffen und unternehmerisch wachsen.

Aber auch für passende Vertriebswege der eigenen Produkte sind Kooperationen ab Beginn der Selbstständigkeit unabdingbar. Gleichzeitig kann es auch sein, dass du zwar eine brillante Geschäftsidee hast, aber nicht weißt, wie man sie umsetzt. Auch hier kann es sich lohnen die Idee von Beginn an mit einer Kooperation umzusetzen. So gelingt die Selbstständigkeit schneller und du musst nicht von null anfangen.

Passende Kooperationspartner finden

Mittelständische Unternehmen haben bereits viel Erfahrung gesammelt und feste Partner für gemeinsame Projekte gesammelt. Es fällt schwer diese abzuwerben. Für junge Unternehmer gibt es aber andere, einfachere Möglichkeiten, um Kooperationen zu finden.

Handwerkskammer, sowie Handel- und Industriekammern veranstalten für Existenzgründer, wie dich, passende Veranstaltungen, sodass du deine Kontakte verbessern kannst.

Interessant ist auch, dass diese Kammern reisen für Unternehmer anbieten, sodass du Kontakte im Ausland knüpfen kannst. Informiere dich bei der Existenzgründung bei deiner zuständigen Kammer, um kein Angebot zu verpassen. Normalerweise bekommst du am Anfang viele Angebote der Kammern postalisch zugeschickt. Neben Weiterbildungsmaßnahmen werden auch Veranstaltungseinladung verschickt. So kannst du am einfachsten neue Kontakte aufbauen.

Aber auch über eine Bürogemeinschaft lassen sich gute Kontakte knüpfen. Wenn dein Unternehmen beispielsweise in einem Bürogebäude angesiedelt ist, lohnt sich der Blick zum Nachbar. Aber auch der Besuch von Messen, sowie die sozialen Netzwerke bieten gute Möglichkeiten, um den passenden Kooperationspartner zu finden.

Wichtig bei der Suche ist, dass du stets die Augen offen hältst. Präsentiere dich offen und selbstbewusst. Du kannst auch deinen Steuerberater oder die eigenen Freunde fragen, ob sie passende Personen kennen.

Risiken von Kooperationen

Planst du die Selbstständigkeit für dich alleine, kannst du auch alleine entscheiden in welche Richtung du gehen möchtest. Sobald du eine Kooperation eingehst, entsteht ein Abhängigkeitsverhältnis. Möchtest du deine Geschäftsidee mit einem Partner umsetzen, dann ist die Idee von dem Geschäftspartner und seiner Motivation abhängig.

Es kann sogar passieren, dass der gewählte Kooperationspartner dir deine Idee klaut. Das bekannteste Beispiel für eine negative Erfahrung dieser Art ist die zwischen Mark Zuckerberg und den Winklevoss-Zwillingen. Mark habe angeblich die Idee der Zwillinge geklaut und so Facebook errichtet.

Wissen ist Vorsprung. Aus dem Grund solltest du vorsichtig sein mit wem du eine Kooperation eingehst. Sie sollte immer auf Gegenseitigkeit beruhen und möglichst auch vertraglich festgehalten werden, sodass Probleme vermieden werden können.