Fördermittel für die Existenzgründung

Fördermittel ist der Überbegriff für staatliche Subventionen. Hierbei muss man allerdings unterscheiden zwischen den Zuschüssen, die nicht rückzahlbar sind und den rückzahlbaren Darlehen. In diesem Beitrag bekommst du einen kleinen Überblick über die wichtigsten Förderprogramme für Gründer.

Die Existenzgründung ist mit vielen finanziellen Investitionen verbunden, die je nach Branche schnell im vier- bis fünfstelligen Bereich liegen. Gut ist es, wenn man für den Eintritt in die Selbstständigkeit schon finanzielle Polster angelegt hat. Jedoch gibt es auch Fördermittel, um sich finanzielle Unterstützung für die Existenzgründung zu schaffen.

Bundesweite Förderung in Deutschland

In Deutschland gibt es seit mehreren Jahren Fördermittel für eine Beratung zur „Gewinnung von unternehmerischem Knowhow“. Auch wenn es davor schon unterschiedliche Programme für Existenzgründer gegeben hat, so ist dies das aktuelle Programm. Ausgegeben werden die Fördermittel dabei durch das Bundesamt für Wirtschaft Ausfuhrkontrolle, kurz BAFA. Die Beratung wird dabei von externen Unternehmensberatungen durchgeführt. Finanziert wird dieses Programm dabei durch den europäischen Sozialfond, sowie durch den Bundeshaushalt. Unmittelbar nach der Gründung kann diese Beratungsförderung beantragt werden.

Wie hoch fällt die Förderung aus?

Dieses Förderprogramm richtet sich nicht nur an Start-ups, sondern auch an Unternehmen, die bereits mehrere Jahre bestehen. Je nach Standort werden in der Regel zwischen 60 – 80 % der Beratungskosten übernommen. Die Bemessungsgrundlage für Start-ups liegt dabei bei 4.000 € und bei bestehenden Unternehmen (älter als 2 Jahre) bei 3.000 €. Mit den zugeordneten Prozentsätzen ergibt sich so eine Förderung zwischen 1800 – 3200 €. Dabei ist wichtig zu wissen: Die Förderung muss vor Beginn der Beratung beim BAFA beantragt werden. Und die Förderung wird nachträglich geleistet, wenn das Honorar vollständig an den Berater bezahlt wurde.

Förderung nach Bundesländern

Neben dem bundesweiten Förderungsprogramm gibt es für Existenzgründer in den unterschiedlichen Bundesländern auch individuelle Förderungsmaßnahmen. Diese umfassen meistens eine Starter- und Wachstumsfinanzierung. Aber auch technische Innovationen und fortschrittliche Produkte werden mit unterschiedlichen Innovationsgutscheinen bezuschusst. Ebenso wird auch der Zugang zu Mikro- und Großkrediten von den Bundesländern vereinfacht, sodass man insgesamt auf Fördersummen zwischen 10.000 und 30.000 € kommt.

Die 10 bekanntesten Fördermittel

Neben Deutschland bezuschusst auch die Europäische Union die Existenzgründung, sodass es insgesamt mehr als 2000 Fördermaßnahmen für Existenzgründer gibt. Um die geeignete Maßnahme zu finden, empfiehlt es sich im Internet eine Recherche in der Förderdatenbank des Bundeswirtschaftsministeriums durchzuführen.

Daneben gibt es neben finanzieller Unterstützung, auch Bürgschaftsbanken, die die Bürgschaft für ein Unternehmen übernimmt, sodass sie leichter an Kredite kommen. Aber auch Beteiligungen des Staates können als Förderung genutzt werden. Sollte der klassische Weg nicht funktionieren, so gibt es in Deutschland auch Crowdfunding-Plattformen, um Risikokapital für Start-ups einzusammeln.

1. AVGS

Der Aktivierungs- und Vermittlungsgutschein dient Existenzgründern in der Planungsphase für eine kostenfreie Gründungsberatung aus der Arbeitslosigkeit heraus und wird von der Bundesagentur für Arbeit vergeben. Damit kann Einzelcoaching und Gruppenmaßnahmen zur Vorbereitung auf die Existenzgründung in Anspruch nehmen.

2. EXIST-Gründerstipendium

Dieses Stipendium ist besonders für Studenten interessant, die aus einem Studium heraus eine technologieorientierte, sowie wissensbasierte Existenzgründung planen.

3. BAFA – Förderung unternehmerischen Knowhows

Dieser Beratungszuschuss wird vom Bund vergeben und unterstützt Start-ups, aber auch etablierte Unternehmen. Dazu zählen auch Firmen, die bereits in Schieflage gekommen sind.

4. Gründungszuschuss

Gerade beim Start der Existenzgründung ist ein finanzieller Rückhalt von Vorteil. Mit diesem Gründungsprogramm bekommst du in den ersten Monaten der Existenzgründung einen Zuschuss in Höhe des Arbeitslosengeldes, sowie eine Pauschale zur Krankenversicherung. Dieses Programm richtet sich an Gründer aus der Arbeitslosigkeit (ALG 1).

5. Mikromezzaninfonds Deutschland

Bei dieser Förderung handelt es sich um eine Eigenkapitalförderung in Form einer stillen Beteiligung. Diese kann bis zu einer Höhe von 50.000 € ausfallen. Dieses Programm ist besonders interessant für Start-ups, die schnell wachsen möchten.

6. HTGF – Hightech-Gründerfonds

Auch bei diesem Förderungsprogramm handelt es sich um eine Eigenkapitalförderung. Gerade für Start-ups, die sich auf neue Technologien spezialisiert haben, ist dies eine gute Möglichkeit, um in die Wachstumsphase hineinzukommen. Hier beteiligt sich der Fonds direkt am Unternehmen.

7. ERP-Gründerkredit – Universell

Wie der Name es schon verrät, handelt es sich bei diesem Programm um eine Kreditförderung. Dabei haben Unternehmen, die noch nicht länger als 5 Jahre am Markt sind, die Möglichkeit einen Kredit im Wert von bis zu 100 Millionen Euro zu bekommen.

8. INVEST – Zuschuss für Wagniskapital

Für Start-ups, die auf Business-Angels setzen, ist diese Förderung eine Möglichkeit, um 20 % der Investition eines Unternehmers zurückzugeben. Business-Angels sind bereits erfolgreiche Unternehmer, die Existenzgründern mit ihrem Wissen unter die Arme greifen.

9. ERP Kapital zur Gründung

Dieses Programm ist eine Kreditförderung in Höhe von bis zu 500.000 € für Unternehmen, die nicht älter als 3 Jahre sind. Auch dieses Programm ist sehr interessant für Start-ups, die sich in der Wachstumsphase befinden.

10. ERP Gründerkredit Startgeld

Möchtest du ein Unternehmen gründen oder ein Unternehmen übernehmen (kaufen), hast du die Möglichkeit durch diese Förderung bis zu 100.000 € als Kredit zu bekommen. Dies gilt auch für den Zeitraum von bis zu 5 Jahren nach der Gründung.

Fazit

Es gibt eine Reihe von Fördermittel – sowohl auf Ebene der EU, des Bundes aber auch der Länder (mit regionalen Schwerpunkten) kann man als junges Unternehmen Zuschüsse, Förderdarlehen und Beteiligungen bekommen.