Gründungszuschuss

Gründungszuschuss bei der Agentur für Arbeit beantragen

In dem Blogartikel „Fördermittel für die Existenzgründung“ wurden bereits Zuschussmittel für die Selbstständigkeit vorgestellt. Darunter auch der Gründerzuschuss der Agentur für Arbeit. In diesem Beitrag wird es nun darum gehen, was der Gründungszuschuss genau ist und wie man einen erfolgreichen Antrag stellt.

Der Gründungszuschuss ist ein Förderangebot der Agentur für Arbeit. Man kann diesen Zuschuss nur unter bestimmten Voraussetzungen zur Existenzgründung aus der Arbeitslosigkeit erhalten. Man hat keinen rechtlichen Anspruch auf dieses Fördermittel. Hauptkriterium ist, dass man die Selbstständigkeit hauptberuflich ausübt und damit seine Arbeitslosigkeit beendet. Darüber hinaus muss man noch einen Anspruch auf das Arbeitslosengeld von 150 Tagen haben. Eine sogenannte „fachkundige Stelle“ (z.B. Handelskammer oder Gründerberatungen wie FounderFox) muss die Erfolgsaussichten des Gründungsvorhabens positiv beurteilen. Zu guter Letzt liegt die endgültige Entscheidung bei der Vermittlungsfachkraft. Diese beurteilt, ob man die Fachkenntnisse zur Existenzgründung mitbringt.

Wie hoch ist der Gründungszuschuss?

Den Gründungszuschuss erhält man zunächst für 6 Monate. Die Höhe richtet sich nach dem persönlichen Anspruch des Arbeitslosengeldes. Zu diesem Betrag wird eine Pauschale von 300 € hinzugerechnet. Die Summe ist die Höhe des Gründungszuschuss.

Ist das halbe Jahr abgelaufen, kann man einen weiteren Zuschuss für 9 Monate beantragen. Dieser Zuschuss beträgt dann nur noch die 300 € im Monat. Maßgeblich für die Bewilligung der Verlängerung ist, dass die Selbstständigkeit bis dahin hauptberuflich ausgeübt wurde und weiterhin ein wirtschaftlicher Erfolg erkennbar ist.

Gründungszuschuss erfolgreich beantragen

Seit 2012 gibt es keinen Rechtsanspruch mehr auf die Gewährung des Gründungszuschusses. Die zuständige Vermittlungsfachkraft kann die Förderung der Selbständigkeit bewilligen, wenn in der Person des Antragstellers Vermittlungshemmnisse erkennbar sind. Aus dem Grund kann es passieren, dass die Beantragung des Gründungszuschuss abgelehnt wird. Jedoch sollte man sich davon nicht verunsichern lassen und trotzdem den Antrag abfordern.

1. Schritt: Eintritt in die Arbeitslosigkeit

Nach Bekanntwerden des Austritts beim bisherigen Arbeitgeber (z.B. durch Kündigung) muss man sich binnen 3 Kalendertagen bei der Agentur für Arbeit arbeitslos melden. Diese Frist ist für die Beantragung von Arbeitslosengeld wichtig. Wird sie nicht eingehalten, tritt eine Sperrfrist von einer Woche in Kraft.

Hat der Antragsteller mindestens 24 Monate sozialversicherungspflichtig gearbeitet, besteht im Normalfall ein Anspruch von 12 Monaten Arbeitslosengeld. Abweichungen kann es durch Unterbrechungen der Arbeitszeiten oder aufgrund des Alters geben. Nachdem man ALG I erhält, prüft man den Zeitraum der Bewilligung um festzustellen, ob man den erforderlichen Restanspruch von 150 Tagen hat. Dieser Restanspruch ist eine Bedingung, um den Gründungszuschuss beantragen zu können.

2. Schritt: Vorgespräch mit der Vermittlungsfachkraft

Erfüllt man die Voraussetzungen für den Gründungszuschuss und möchte man die Arbeitslosigkeit durch die Existenzgründung beenden, ist ein erstes Vorgespräch mit der Vermittlungsfachkraft angesagt. Hier können Fragen geklärt werden. Ziel dieses Gespräches sollte sein, die Vermittlungsfachkraft vom Gründungsvorhaben zu überzeugen, damit diese direkt den personalisierten Antrag auf Gründungszuschuss übergibt. Damit ist das Antragsverfahren eröffnet.

Es gilt zu beachten, dass man bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht gegründet haben darf, da ansonsten der Anspruch verfällt. Auf dem Antrag wird das Datum der Ausstellung vermerkt. Das Gründungsdatum muss auf jedem Fall nach diesem Datum liegen! Wann das genaue Gründungsdatum sein wird, muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht feststehen.

3. Schritt: Vorgründercoaching beanspruchen

Die Existenzgründung wird von vielen Bundesländern mit einem Vorgründercoaching gefördert. Hat man die Möglichkeit auf diese Beratung, empfiehlt es sich diese in Anspruch zu nehmen. Hier werden wichtige Grundlagen vermittelt und man bekommt zusätzliche Hilfe bei der Entwicklung des Businessplans, sowie bei der Antragsstellung für den Gründungszuschuss. Durch dieses Coaching kann die Bewilligung positiv beeinflusst werden. Die Vermittlungsfachkraft hat die Möglichkeit, einen →Beratungsgutschein (AVGS) für ein Gründerseminar oder ein Einzelcoaching auszugeben. Damit werden die Beratungskosten vollständig von der Agentur für Arbeit übernommen. Die Abrechnung erfolgt direkt zwischen Agentur und Beratungsstelle.

4. Schritt: Businessplan entwickeln

Dieser Schritt ist besonders wichtig für eine erfolgreiche Stellung des Antrages auf Gründungszuschuss. Der Businessplan besteht aus einem Textteil und einer Finanzplanung. Im Textteil wird das angestrebte Geschäftsmodell plausibel und im vollen Umfang beschrieben. In unserem Beitrag über den →Businessplan erfährt man alle Punkte, die man beim Aufstellen des Plans beachten muss. Ebenso erhält man im Gründercoaching wichtige Informationen zu diesem Thema. Nachdem man den Plan erstellt hat, empfiehlt es sich, von fremden Personen den Plan lesen zu lassen, um sicherzustellen, dass man die Geschäftsidee plausibel und verständlich formuliert hat. 

Die Finanzplanung muss einen Umfang von mindestens zwei Jahren besitzen und auf Monatsbasis entwickelt werden. Neben einer Rentabilitätsrechnung muss sie auch eine Liquiditätsplanung enthalten, aus der der Förderbedarf erkennbar ist.

Unser Businessplan-Coaching

Brauchst du etwas Unterstützung bei der Entwicklung deines Businessplans? Nutze jetzt unser Coaching.
Online

5. Schritt: Zulassungsbescheide besorgen

Für manche Branchen werden bestimmte Zulassungsbescheide benötigt. So fallen zum Beispiel in der Bewachungs-, der Taxi- und der Reisebranche werden gewisse Erlaubnisschein zur Ausübung der Tätigkeit benötigt. In der Gewerbeordnung kann man dabei ermitteln, ob man eine Erlaubnis für die Ausübung benötigt. Ohne diese Erlaubnis wird der Antrag auf Gründungszuschuss abgelehnt. Die Prüfung dieser notwendigen Zulassungen obliegt der fachkundigen Stelle.

6. Schritt: Fachkundige Stellungnahme einholen

Ist der Businessplan fertig, muss man ihn einer zugelassenen fachkundigen Stelle zur Prüfung vorlegen. Dies sind in der Regel die regionalen Handels- oder Handwerkskammern, aber auch zertifizierte Gründerberatungen wie FounderFox können diese Stellungnahmen erstellen.

Die fachkundige Stelle benötigt den Businessplan inkl. Finanzplanung, den Lebenslauf sowie Qualifikationsnachweise zur kaufmännischen und fachlichen Eignung. 

Legt der Gründer die erforderlichen Unterlagen vor und erscheint der Businessplan realistisch, stellt die Fachkundige Stelle eine „Tragfähigkeitsbescheinigung“ aus. Dies erfolgt auf einem Formular mit Beiblatt (für Erläuterungen), das beim Antrag auf Gründungszuschuss mit ausgehändigt wird. Viele professionelle fachkundige Stellen haben das Formular aber auch als PDF-Vorlage vorliegen, sodass keine Unterlagen per Post geschickt werden müssen. Auch ein persönliches Gespräch ist nicht erforderlich.

Fachkundige Stellungnahme

Bestelle bei uns die fachkundige Stellungnahme. Wir sind anerkannt und zertifiziert. Nur 49 € – binnen 48 Stunden. Inklusive kostenloser Vorprüfung.
Ohne Risiko

7. Schritt: Antrag bei Agentur für Arbeit einreichen

In diesem Schritt wird das Gewerbe über das Gewerbeamt angemeldet. Das Gründungsdatum kann dabei etwas in der Zukunft oder in der Vergangenheit liegen. Wichtig ist, dass es innerhalb der 150 Tagesfrist des Arbeitslosengeldes liegt. Nach der Anmeldung stellt das Gewerbeamt den Gewerbeschein aus.

Freiberufler melden ihre Tätigkeit schriftlich beim Finanzamt an und bekommen dann eine schriftliche Bestätigung zur Anmeldung. Dies ist das offizielle Gründungsdokument.

Anschließend wird der Antrag auf Gründerzuschuss mit dem Businessplan sowie allen Formularen und Erlaubnissen bei der Agentur für Arbeit abgegeben. Auch bei diesem Schritt kann eine Gründerberatung wertvolle Hilfestellung leisten.

8. Schritt: Bewilligung des Antrages

Ist der Antrag gestellt, entscheidet die Agentur für Arbeit in der Regel innerhalb weniger Wochen über die Bewilligung. Dabei kann man sich aktuell wieder verstärkt Hoffnungen auf den Zuschuss machen. Ziel der Agentur für Arbeit ist die Integration Arbeitsloser in den Arbeitsmarkt. Je höher die Arbeitslosenzahlen, desto größer die Wahrscheinlichkeit für eine Bewilligung. Da es jedoch eine Ermessensentscheidung der Vermittlungsfachkraft ist, empfiehlt es sich sehr, die 150 Tage Frist nicht bis zum letzten Moment auszureizen, sondern im Gespräch eine kurzfristige und zügige Gründung in Aussicht zu stellen.

Fazit

Der Gründungszuschuss ist ein bewährtes Instrument zur Förderung der Existenzgründung. Es gibt allerdings einiges zu beachten. Eine Kurzberatung durch professionelle Gründerberater ist daher sehr empfehlenswert. Man nur eine Chance für den Antrag. Wird dieser aufgrund von Formfehlern oder einem unzureichenden Businessplan abgelehnt, ist es sehr ärgerlich.

Auch wenn man für eine Beratung vielleicht etwas Geld investieren muss, kann dies die Chancen stark erhöhen, am Ende den steuerfreien Zuschuss von meist mehreren tausend Euro zu bekommen.