Dein Fahrplan in die Selbstständigkeit: Was du im AVGS-Gründercoaching lernst

Marco Hauschild
Marco Hauschild
5 min. Lesezeit
Gründer und Coach erarbeiten gemeinsam Businessplan im AVGS-Gründercoaching

Du hast den AVGS in der Hand und weißt, dass du Anspruch auf ein kostenloses Gründercoaching hast. Die nächste Frage liegt auf der Hand: Was passiert da eigentlich – und was lernst du in den einzelnen Wochen?

In diesem Artikel erfährst du, wie ein zertifiziertes AVGS-Gründercoaching zeitlich aufgebaut ist, welche Themen es abdeckt und was am Ende dabei rauskommt.

Dauer und Umfang: Was bewilligt das Amt?

Wie viele Stunden dein Coaching umfasst, legt dein Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit oder dem Jobcenter fest. Das Budget wird in Unterrichtseinheiten (UE) gemessen – eine Einheit entspricht 45 Minuten.

In der Praxis bewegt sich der Rahmen meistens so:

  • Umfang: zwischen 20 und 80 Unterrichtseinheiten, je nach individuellem Bedarf
  • Dauer: 4 bis 12 Wochen
  • Intensität: zwei- bis dreimal pro Woche, jeweils 2 bis 4 Einheiten

Da es sich um ein reines Einzelcoaching handelt, richtet sich das Tempo ganz nach deinem Vorwissen und deiner Geschäftsidee. Es gibt keinen Stundenplan, den alle abarbeiten – dein Coach passt die Inhalte an dich an.

Die 5 Phasen des Coachings

Auch wenn ein gutes Coaching individuell gestaltet wird, folgt eine AZAV-zertifizierte Maßnahme einem klaren roten Faden. Typischerweise läuft es in fünf Phasen ab:

Phase 1: Potenzialanalyse und Ideen-Check

Am Anfang steht deine Persönlichkeit im Mittelpunkt. Du analysierst gemeinsam mit dem Coach deine Stärken, Schwächen und fachlichen Qualifikationen. Deine Geschäftsidee wird auf Herz und Nieren geprüft: Gibt es für dein Angebot einen Markt? Wer ist deine Zielgruppe – und was unterscheidet dich von der Konkurrenz?

Phase 2: Geschäftsmodell und Marketing

Hier wird deine Idee in ein echtes Geschäftsmodell verwandelt. Du erarbeitest die passende Positionierung am Markt und lernst:

  • wie du deine Wunschkunden gezielt ansprichst und gewinnst
  • welche Marketingkanäle für dein Budget und deine Branche sinnvoll sind
  • wie du eine realistische Preisstrategie für dein Angebot aufbaust

Phase 3: Der Businessplan

Der Businessplan ist dein persönlicher Fahrplan – und gleichzeitig das wichtigste Dokument für Banken und Behörden. Dein Coach schreibt ihn nicht für dich, sondern erarbeitet ihn mit dir gemeinsam. Du lernst, deine Geschäftsidee so zu formulieren, dass ein Außenstehender sofort versteht, warum dein Unternehmen funktionieren wird.

Phase 4: Finanzplanung und Kalkulation

Für viele Gründer die größte Hürde – im Coaching Schritt für Schritt aufgebaut. Du erstellst gemeinsam mit dem Coach einen Finanzplan für die ersten drei Jahre:

  • Kapitalbedarfsplan: Was musst du vor dem Start investieren?
  • Liquiditätsplan: Reicht dein Geld in den ersten Monaten für die laufenden Kosten?
  • Rentabilitätsrechnung: Ab wann wirft dein Unternehmen echten Gewinn ab?

Phase 5: Bürokratie, Steuern und Behörden

Kurz vor dem Start räumt dein Coach die letzten bürokratischen Fragen aus dem Weg. Du besprichst die passende Rechtsform, lernst die Grundlagen zu Umsatz-, Einkommen- und Gewerbesteuer kennen und erfährst, welche Versicherungen für dich als Gründer wichtig sind.

Das Ergebnis: Die Tragfähigkeitserklärung

Wenn du aus der Arbeitslosigkeit gründest, brauchst du für den Gründungszuschuss (bei ALG I) oder das Einstiegsgeld (bei Grundsicherung) zwingend die Stellungnahme einer fachkundigen Stelle – die sogenannte Tragfähigkeitserklärung.

Viele zertifizierte AVGS-Träger sind selbst als fachkundige Stelle zugelassen. Nach erfolgreichem Abschluss des Coachings prüft dein Berater deinen fertigen Business- und Finanzplan – und stellt dir die Tragfähigkeitserklärung direkt aus. Damit hast du das wichtigste Dokument für deinen Förderantrag in der Hand.

Bei FounderFox sind Coaching und Tragfähigkeitserklärung aus einer Hand: Wie das AVGS-Gründercoaching im Detail aufgebaut ist, erfährst du auf unserer Leistungsseite.

Häufige Fragen zum Coaching-Ablauf

Kann ich Themen selbst vorschlagen?

Ja. Ein gutes Coaching ist kein starres Programm. Du kannst jederzeit Schwerpunkte setzen – zum Beispiel mehr Zeit für die Finanzplanung einplanen, wenn du dort unsicher bist, oder den Businessplan-Teil intensiver ausarbeiten, weil du ihn für eine Bankfinanzierung brauchst.

Was passiert, wenn ich einen Termin verpasse?

Das hängt vom Anbieter und den Vereinbarungen mit dem Amt ab. Grundsätzlich gilt: Termine sollten zuverlässig wahrgenommen werden, da das Coaching als aktive Maßnahme gilt. Einzelne Absagen aus triftigem Grund sind in der Regel kein Problem – systematisches Fernbleiben kann jedoch zur Kündigung der Maßnahme führen.

Kann das Coaching verlängert werden?

In manchen Fällen ja – wenn der Sachbearbeiter einen höheren Bedarf erkennt oder dein Coach einen Verlängerungsantrag stellt. Das ist aber keine Selbstverständlichkeit und hängt vom verfügbaren Budget der Behörde ab.

Wie geht es weiter?

Du kennst jetzt den Ablauf. Die nächsten Schritte: